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Szenenbild Michael Schlimpen im Interview mit Martina Weber

Heilpraktiker Michael Schlimpen über die "Darmgesundheit"

Martina und Michael unterhalten sich über die Darmgesundheit und oft damit verbundene Patientenleiden beziehungsweise Beschwerden in der Praxis. Das Thema treibt Heilpraktiker Ärzte und Patienten nicht nur in der Theorie umher sondern ist ein zunehmend drängendes Thema - oder nicht? Wir gehen den Fragen auf den Grund: Ist die Darmgesundheit und sind die Darmbeschwerden wirklich ein Thema oder nur ein „Hype“? Wie oft begegnen darmbezogene Beschwerden einem Heilpraktiker in der Anamnese und woran leider Patienten häufig? Wie begegnet der Heilpraktiker den unterschiedlichen Diagnosen und welche Empfehlungen kann er nach den neuesten Erkenntnissen der Wissenschaft geben?

Bei dem folgenden Text handelt es sich um eine Mitschrift. Im Wesentlichen gibt es den Inhalt eines unserer Videoaufzeichnungen wieder, die wir im Rahmen unseres Formats "BioProphyl & Gäste") erstellt haben. Für die bessere Lesbarkeit weicht der Text an manchen Passagen geringfügig ab, wobei der Inhalt im Kern belassen wurde.

Die hier vorliegende Interviewmitschrift mit Michael Schlimpen wurde am BioPropyhl Stammsitz in Nitz im Oktober 2018 aufgenommen.


Bedeutung der Darmgesundheit in der Therapie

Martina Weber (Martina): Herzlich willkommen bei BioProphyl und Freunde. Heute ist wieder der Michael Schlimpen aus der Naturheilpraxis Schlimpen bei uns zu Gast. Herzlich willkommen Michael, schön dass du da bist.


Michael Schlimpen (Michael): Dankeschön.


Martina: Wir haben uns heute das Thema Darmgesundheit noch mal so ein bisschen vorgenommen. Ihr habt ja schon von uns ein Video dazu gesehen, wenn ihr auch mal so ein bisschen durch unseren YouTube-Kanal geschaut habt. Das heißt, wir beschäftigen uns schon länger mit dem Thema Darmgesundheit und es kommen ständig neue Studien zu dem Thema raus. Es gibt eigentlich immer Berichte in den Medien und deswegen haben wir heute den Michael hier. Wir würden gerne einfach mal hören wollen, wie das eigentlich in der Praxis aussieht und ob das in der Naturheilpraxis der Darm auch so ein großes Thema ist, wie das bei uns der Fall ist. Wie sieht es aus Michael, bei dir in der Praxis?


Michael: Also Darm ist in jeder Naturheil-Praxis ein ganz großes Thema. Mittlerweile kriege ich von ganz vielen Kollegen auch Patienten geschickt. Also ich habe ein Netzwerk aus verschiedenen Osteopathen, manuellen Therapeuten etc. und immer wenn die zum Beispiel irgendwelche strukturellen Veränderungen, irgendwelche Verhärtungen, also ich bin da nicht ostheopatisch geschult genug, aber auf jeden Fall überweisen die ganz häufig. Und die Patienten kommen schon und sagen, hier der Osteopath XY hat gesagt, ich soll mal den Darm untersuchen lassen, da würde irgendwie aus osteopathischer Sicht was nicht stimmen. Und dann kommen natürlich auch viele Patienten einfach mit erstmal direkten Beschwerden, die mit dem Darm zu tun haben, aber einfach in der Alltagsdiagnostik da noch nicht tief genug eingestiegen wurde. Und ja, also von den Stuhluntersuchungen, da reden wir gleich denke ich auch noch, wissen wir darüber, ist seit dem ersten Praxistag 2005 ein absolutes Standard Diagnostikum.


Martina: Also schon so lange, dass du das auch mit sich mit dem Thema dann befasst, also im Prinzip auch ein Experte bist, gerade in dem Bereich.


Michael: Das hat bisschen was natürlich auch mit meiner eigenen Geschichte zu tun, also ich hoffe das sieht man jetzt heute nicht mehr so aber ich war so ein Kind was ständig alles hatte. Infektanfälligkeit. Jeder Arzt wollte immer meine Mandeln herausoperieren. Dann gab es irgendwelche Allergie-Geschichten. Der Darm war auch immer ein Thema. Tatsächlich hat es bis zum 18. oder 19. Lebensjahr gedauert, bis ich irgendwann selber mal bei einer Heilpraktikerin gelandet bin. Sie hat dann eine Stuhl-Befund gemacht. Ich habe noch gar nicht so genau verstanden, dass meine eitrigen Mandeln damit zu tun haben, was da hinten aus mir herauskommt. Heute sehe ich das ein bisschen klarer. Über einen relativ langen Zeitraum haben wir immer wieder Impulse gesetzt. Heute habe ich gar nichts mehr mit Allergien zu tun, und die Haut ist auch kein Thema mehr. Das ist dann so, dass ich gezwungener Maßen zum Experten wurde.


Therapeutischer Ansatz bei Darmerkrankungen

Martina: Dann sieht man mal, welchen großen Einfluss das hat. Wie sieht das denn aus, wenn die Patienten zu dir kommen? Sie waren beim Osteopathen, der hat gesagt, da scheint etwas nicht in Ordnung zu sein. Wie würdest du da vorgehen?


Michael: Wichtig ist natürlich immer erstmal die Anamnese. Es gibt Patienten, die sagen: "Ich habe hier ein Ergebnis vorliegen, jetzt sagen Sie mir, was dazu." Aber ich versuche, den Patienten und nicht einen Laborbefund zu behandeln. Gerade der Darm steht natürlich in einem sehr engen Zusammenhang auch mit dem vegetativen Nervensystem und psychischen Faktoren. Sprüche wie "Vor Angst in die Hose machen" oder "Was ist dir über die Leber gelaufen?", die in der alten Medizin noch verankert waren, haben ihre Daseinsberechtigung. Eine erste Anamnese dauert bei mir immer etwa anderthalb Stunden. Dann entscheide ich mit dem Patienten zusammen, was die sinnigste Diagnostik ist.
Wenn der Patient zum Beispiel mit Darmbeschwerden kommt und du im Gespräch darauf kommst, dass er vielleicht einfach nur massiv unter Stress steht, dann haben wir einen sogenannten HRV-Monitor, wo man sich das vegetative Nervensystem angucken kann. Wenn man zum Schluss kommt, es ist vielleicht doch wirklich einfach eine Problematik vom Darm, kläre ich den Patienten auf, dass man eine Stuhldiagnostik machen kann, was da an Kosten auf ihn zukommt, was ich mir davon verspreche, wenn wir das machen. Dann wird ein zweiter Termin vereinbart, wo das Labor durchgesprochen wird. Wir haben ja auch schon über die Elektroakupunktur gesprochen. Man könnte vielleicht noch eine funktionelle Testung dranhängen. Das ist dann der Ablauf in meiner Praxis.


Interpretation der Laborergebnisse eines Stuhbefunds

Martina: Also, das Labor ist wirklich eine medizinische, wissenschaftliche Methode. Das hat nichts mit Esoterik zu tun? Genau, das sind wirklich harte Fakten? Wie das aus? Worauf lässt du da testen?


Michael: Man kann einen Stuhlbefund von bis gestalten, je nachdem, wie viele Kreuze man auf dem Laborschein macht. Wenn man einfach mal einen Überblick über den Darm gewinnen will, sind es drei Bereiche, die man abklappern muss. Das ist einmal der mikrobiologische Teil, also die Bakterienkulturen. Sind irgendwelche Hefepilze drin, die da vielleicht nicht hingehören? Dann gibt es den mikroskopischen Teil, da kann man schauen, ob es Nahrungsmittelrückstände gibt, wird irgendwas nicht richtig aufgespalten. Und dann gibt es noch den biochemischen Teil. Da kann man sich Marker vom Darmimmunsystem angucken, man kann sich Schleimhautmarker angucken. Also, sind bereits Entzündungen unterwegs? Man kann sich die Verdauungsleistung angucken, wie viele Verdauungsenzyme schmeißt die Bauchspeicheldrüse in den Kreislauf.


Martina: Also ganz schön umfangreich. Je nachdem, was da auftaucht, wie der Befund ist, richtest du dann die Behandlung darauf aus.


Michael: Genau, meine Ansätze basieren natürlich erstmal auf Erfahrungswerten. Du hörst ja schon bestimmte Schlüsselwörter beim Patienten heraus. Wie gesagt, die Anamnese ist die wichtigste Basis. Wenn jemand immer wieder von einem Völlegefühl nach den Mahlzeiten klagt, ist es klar, dass man sich die Verdauungsleistung mit anschauen muss.


Kosten und Verhältnismäßigkeit eines Laborbefunds

Martina: Wie sieht das kostenmäßig aus? Das kann man von bis machen. Womit müsste jemand rechnen, der das dann macht?


Michael: Jemand, der sich damit befasst, sollte für den Erstbefund schon so um die 150 Euro einplanen. Ein ganz einfaches Beispiel ist der Bauchspeicheldrüsenwert, der kostet um die 30 Euro. Ich habe oft versucht, den Patienten diese 30 Euro zu ersparen. Aber wenn es dann daran hängt, findest du das auch nicht anders als mit diesem Marker. Dann wird die Therapie viel länger, du kommst relativ schnell in den frustigen Bereich, und auch Medikamente kosten ihr Geld. Und wenn du anfängst herumzuexperimentieren... Also es hat sich letztendlich nicht bewährt an der Diagnostik zu sparen.


Dauer einer Behandlung bei Darmerkrankungen

Martina: Du sagst auch, dann wird die Therapie nur länger und es frustet auch. Damit muss man dann so rechnen. Wenn ich zu dir komme und ich habe vielleicht so eine Magen-Darm-Problematik, wie lange dauert das zeitlich ungefähr?


Michael: Ja, also Pi mal Daumen kann man sagen, wenn jetzt nicht eine chronische, entzündliche, schwere Erkrankung vorliegt, z.B. Morbus Crohn. Es gibt immer wieder Reizungen, Entzündungen im Darm. Die sind in der Regel in vier bis acht Wochen sehr gut und zuverlässig zu therapieren. Wenn es natürlich um Veränderungen der Darmflora geht, die ist relativ träge. Also im Idealfall redet man vielleicht über drei, vier Monate. Man sieht aber auch immer wieder, dass bestimmte Bakterienkulturen ganz unter die Nachweisgrenze rutschen. Auch das kann sich innerhalb von drei, vier Monaten regulieren. Das kann aber auch durchaus mal über ein Jahr dauern. Es ist also ganz schwierig, da Prognosen zu machen. Aber es ist definitiv nicht so, dass man jetzt ein Stuhlbefund hat und es ist "Gefahr erkannt, Gefahr gebannt" und innerhalb von drei Wochen ist alles wieder geregelt. Also man sollte sich schon definitiv auf eine mehrmonatige Therapie vorbereiten.


Darmgesundheit und Ernährung

Martina: Ja, wie sieht das dann in etwa aus? Also wie arbeitest du? Sicherlich ein großer Teil auch die Ernährung, aber bestimmt auch danach bestimmte Pflanzenextrakte, Kräuter, die da ins Spiel kommen?


Michael: Genau, also Heilpflanzen und Darm, die gehören aus meiner Sicht zusammen, weil man da einfach sehr viel Gutes dem Darm tun kann. Ein Thema, da hatten wir auch schon mal drüber gesprochen, sind einfach die Bitterstoffe in der Ernährung. Die sind leider heute, die Geschmacksrichtung "bitter" ist komplett raus rationalisiert worden. Auch Salate, Chicoree werden schon bitterstofffrei gezüchtet und Verdauung ohne Bitterstoffe funktioniert einfach nicht. Dafür haben wir zu viele von diesen Rezeptoren. Also wie gesagt, Ernährung ist ein großes Thema und wie gesagt, Heilpflanzen ist ein großes Thema.
Und dann gibt es aber auch Patienten, die mögen mehr so die wirkstoffbasierte Medizin, also Phytotherapie. Dafür manche springen aber auch gerade vegetativ sehr gut auf homöopathische Sachen an. Und gerade so die Kombination aus was wirkstoffbasiertem und irgendwas energetisch informativen, homöopathisch-spagyrisch, das funktioniert in der Regel sehr gut. Und meistens sind es dann so mehrstufige Konzepte. Heißt, wenn du eine Entzündung hast, kriegt die immer Therapiepriorität. Und dann fängst du irgendwann an, die Verdauungsleistung zu verbessern, dann arbeitest du parallel an der Darmflora und so baut du halt dann entsprechend ein Therapiekonzept dann auf.


Bitterstoffe und Ballaststoffe im Alltag

Martina: Das heißt, es ist nicht nur eins. Also, da haben wir es nie nur mit einem bestimmten Mittel oder einem bestimmten Bitterstoff zu tun. Es ist immer ein Zusammenspiel von allem.


Michael: Genau.


Martina: Das heißt, Ernährung, was ja auch unser Thema ist, also Ballaststoffe und so weiter, spielt natürlich eine ausgewogene Ernährung eine ganz, ganz wichtige Rolle.


Michael: Genau, ja. Ich war in einer gängigen Supermarktkette gewesen, und da gibt es auch diese schönen Weißmehlbrötchen.


Martina: … mit "extra viel Ballaststoffen“.


Michael: Genau, dort stand tatsächlich darauf "Ballaststoffquelle", und das wird auch für den Patienten oder den Kunden auch echt immer schwieriger. Was ist überhaupt gesunde Ernährung? 


Martina: Wie soll ich das vermitteln? Also, wie kann ich meinem Patienten oder meinem Kunden vermitteln, Vollkornbrot beispielsweise zu bevorzugen? Aber da ja drauf steht, dass es viele Ballaststoffe hat.


Michael: Schwierig. Es ist auch schwierig, einen guten Ernährungsberater zu finden. Im Moment muss ich ehrlich sagen, ich kenne niemanden, den ich direkt empfehlen könnte. Und wir hatten auch schon bei uns im Gesundheitscenter die Erfahrungen gemacht, wenn es dann in eine ganz bestimmte Ernährungslehre geht und das als das einzig Wahre verkauft wird. Da haben wir uns dann nachher auch wieder ein bisschen davon distanziert.
Ja, also es ist leider so, dass du heute fast schon studiert haben musst, um Ernährung zu verstehen. Und das ist eigentlich ein Wunder, dass der Höhlenmensch das bis heute geschafft hat.


Martina: Obwohl er ja noch gar nichts von Kohlenhydraten, Gluten, Laktose, Fruktose und so weiter wusste.


Michael: Ja, das stimmt.


Martina: Also, wie ihr seht, ist das ein riesengroßes Thema, super spannend. Da könnten wir wahrscheinlich noch drei Stunden darüber sprechen. Wenn ihr da Fragen zu habt, auch speziell was die Therapie angeht, könnt ihr euch natürlich gerne bei uns melden oder direkt bei Michael. Wir blenden da nachher alle nötigen Kontaktdaten ein, damit ihr alle Möglichkeiten habt. Gerne könnt ihr euch auch bei uns melden, wenn ihr Fragen habt. Ja, und wir freuen uns schon auf die nächste Session mit euch und vielleicht auch mit Michael.


Michael: Danke und vielen Dank, dass ich wieder da sein durfte.


Martina: Vielen Dank und macht’s gut.


Über Michael Schlimpen

Michael Schlimpen ist ein erfahrener Heilpraktiker mit einer Leidenschaft für Pflanzen und Naturheilkunde. Neben seiner Tätigkeit in der Naturheilpraxis betreibt er das Projekt "Hinterbächlers Ernteparadies", ein beeindruckendes Stück Land, auf dem er die Prinzipien der Permakultur anwendet. Er bietet auch Seminare und Ausbildungen an, um sein Wissen über Permakultur, alte Obstsorten und natürlichen Anbau weiterzugeben. Seine Praxis und sein Garten sind ein Zeugnis seiner Hingabe und seines Engagements für die Natur und die Gesundheit.


Das originale Interview in Videoformat findet sich hier auf YouTube.de.